Mein Körper spricht mit mir 

Warum es so wertvoll ist, auf seine Zeichen zu hören

Liebe Mama

Hast du dir schon einmal bewusst gemacht, was dein Körper jeden Tag für dich leistet? Er trägt dich durch dein Leben und ermöglicht dir, deine Kinder in die Arme zu schliessen, mit ihnen zu lachen, zu spielen und die vielen kleinen und grossen Momente des Lebens zu erleben. Deine Füsse tragen dich, deine Hände schenken Nähe und dein Herz schlägt unermüdlich, ohne dass du bewusst etwas dafür tun musst. So vieles geschieht ganz selbstverständlich. Und doch schenken wir unserem Körper im Alltag häufig erst dann grössere Aufmerksamkeit, wenn etwas nicht mehr so funktioniert, wie wir es gewohnt sind: wenn wir Schmerzen haben, erschöpft sind oder unser Körper uns auf andere Weise zeigt, dass etwas nicht stimmt. Wie oft nehmen wir eigentlich wahr, was unser Körper alles für uns tut?

Mein Körper ist so viel mehr als etwas, das funktionieren soll

Gerade als Mama kennen wir vermutlich alle Situationen, in denen wir einfach weitermachen. Der Alltag ist organisiert, die Kinder brauchen uns, Termine stehen an und es gibt noch so vieles zu erledigen. Vielleicht spüren wir bereits, dass wir müde sind oder sich unsere Schultern anspannen. Doch wir sagen uns: «Das geht schon noch.» oder, «das muss jetzt einfach noch sein, nachher kann ich …» Und wir machen weiter.

Ich kenne dieses Verhalten auch von mir selbst. Schon als Kind wusste ich, dass mein Körper wichtig ist, dass er mir Zeichen gibt und ich ihm Sorge tragen soll. Doch während meiner Jugend verlor ich zunehmend den positiven Bezug zu ihm. Mein Körperbild veränderte sich, und obwohl ich wusste, welchen Wert mein Körper hat, gelang es mir immer weniger, ihm auch entsprechend zu begegnen.

Als ich später Mama wurde, rückten meine eigenen Bedürfnisse noch weiter in den Hintergrund. Für mich war es selbstverständlich, zuerst für meine Kinder da zu sein. Meine eigenen Gefühle, Bedürfnisse und körperlichen Grenzen stellte ich häufig zurück, ohne dies gross zu hinterfragen.

Heute weiss ich, dass ich selbst genauso wichtig bin. Durch meine persönliche Entwicklung hat sich meine Beziehung zu meinem Körper und insbesondere mein Bewusstsein für seinen Wert verändert. Ich nehme mich selbst ernster und erkenne zunehmend, wie mein Körper durch seine Zeichen mit mir kommuniziert und mir hilft, meine Gefühle und Bedürfnisse früher wahrzunehmen.

Was ich durch jahrelange Zeichen meines Körpers zum Glück erkennen durfte

Als ich 14 Jahre alt war, erlitt ich bei einem Unfall ein Schleudertrauma. In den darauffolgenden Jahren begleiteten mich zunehmend Beschwerden, insbesondere starke Verspannungen und Verhärtungen im Nacken- und Rückenbereich sowie Kopfschmerzen und Migräne.

Ich ging jahrelang in die Physiotherapie. Doch anstatt, dass sich meine Beschwerden verbesserten, wurden sie zunehmend stärker. Erst durch die Manual Therapie erlebte ich eine spürbare Erleichterung. Allerdings merkte ich, dass ich regelmässig in Behandlung bleiben musste, damit sich die Beschwerden nicht wieder verstärkten. Nach einer längeren Behandlungspause wurde mir dies besonders bewusst. Seit meiner ersten Schwangerschaft gehe ich deshalb einmal im Monat zur Manual Therapie.

Als ich vor ein paar Jahren die Herzarbeit kennenlernte, durfte ich etwas unglaublich Wertvolles wiederentdecken: die tiefe Verbindung zu mir selbst. Durch die Auseinandersetzung mit meinen inneren Themen, alten Verletzungen und Vergebung sowie durch Atemübungen fand ich zunehmend zu mehr innerer Ruhe und Stärke. Dabei veränderte sich auch mein Bewusstsein für meine eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen. Ich erkannte, wie wichtig es ist, diese ernst zu nehmen und nicht ständig hinter diejenigen anderer Menschen zu stellen. Heute gelingt es mir immer besser, mit meinen Gefühlen verbunden zu bleiben. Ich spüre früher, wenn ich aus meiner Mitte gerate, und kann reagieren, bevor sich Belastungen weiter verstärken.

Mit der Zeit bemerkte ich auch Veränderungen in meinem körperlichen Wohlbefinden.

Besonders eindrücklich war für mich eine Behandlung bei meinem langjährigen Manual Therapeuten. Zum ersten Mal fand er keine der gewohnten Verspannungen und Verhärtungen vor. Meine Muskulatur war vollkommen entspannt, und er musste nichts lösen. Er fragte mich: «Was hast du in deinem Leben verändert?» Diese Frage beeindruckte mich, denn tatsächlich hatte sich in meinem Inneren vieles verändert, ohne dass ich ihm davon erzählt hatte.

Ich hatte eine tiefere Verbindung zu mir selbst gefunden und gelernt, zunehmend in meiner Mitte zu bleiben. Es gab später auch Phasen, in denen ich mich weniger intensiv mit meiner Herzarbeit beschäftigte. In diesen Zeiten bemerkte ich, dass ich nicht mehr gleich stark in meiner Mitte war. Gleichzeitig traten manche körperlichen Beschwerden wieder deutlicher in den Vordergrund.

Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie eng mein körperliches Wohlbefinden mit meinem inneren Erleben verbunden ist. Meine innere Verbindung zu mir selbst, meine Gedanken, Gefühle und mein Umgang mit meinen Bedürfnissen spielen eine wichtige Rolle für mein Wohlbefinden. Dabei ist mir bewusst, dass körperliche Beschwerden unterschiedliche Ursachen haben. Mein damaliger Unfall und seine möglichen Folgen gehören ebenso zu meiner Geschichte. Es geht mir deshalb nicht darum, Schmerzen oder Erkrankungen ausschliesslich durch Gedanken oder innere Belastungen zu erklären. Was ich jedoch für mich erfahren durfte: Je bewusster ich mit mir selbst verbunden bin, desto früher nehme ich wahr, wenn sich etwas in mir verändert. Und genau das hilft mir, besser für mich zu sorgen.

Meine Gedanken, meine Gefühle und mein Körper beeinflussen sich gegenseitig

Vielleicht kennst du das auch: Du machst dir Sorgen und spürst, wie sich dein Bauch zusammenzieht oder deine Schultern verspannen. Erlebst du hingegen einen wunderschönen Moment mit deinem Kind, bemerkst du vielleicht, wie sich dein Körper entspannt. Unsere Gedanken, Gefühle und körperlichen Empfindungen sind eng miteinander verbunden. Was wir denken und fühlen, kann sich auf unseren Körper auswirken. Gleichzeitig beeinflusst unser körperliches Befinden, wie wir Situationen erleben und wie viel Geduld, Ruhe oder Energie uns gerade zur Verfügung steht. Wenn wir beispielsweise übermüdet sind oder Schmerzen haben, fällt es uns möglicherweise schwerer, gelassen zu bleiben. Und wenn wir über längere Zeit unter Druck stehen, kann sich diese Belastung auch körperlich bemerkbar machen.

Für mich gehört dazu noch eine weitere, sehr persönliche Überzeugung: Meine Seele – sprich, wer ich in meinem Innersten wirklich bin – ist für mich das, was mich ausmacht. Mein Körper trägt mich durch dieses Leben und ermöglicht mir, Erfahrungen zu sammeln. Meine Gedanken haben dabei eine grosse Kraft. Sie beeinflussen, wie ich Situationen bewerte, welche Gefühle dadurch entstehen können und wie ich handle. Manchmal merke ich, dass mich meine Gedanken von dem entfernen, was ich mir in meinem Innersten eigentlich wünsche. Durch die Verbindung zu mir selbst gelingt es mir heute zunehmend, solche Momente früher zu erkennen. Ich nehme bewusster wahr, welche Gedanken mich beschäftigen, welche Gefühle damit verbunden sind und was diese in mir auslösen. Dadurch kann ich mich immer wieder neu ausrichten und bewusster entscheiden, wie ich damit umgehen möchte.

Die Zeichen meines Körpers ernst nehmen

Wenn wir körperliche Beschwerden wahrnehmen, möchten wir häufig möglichst schnell etwas dagegen unternehmen. Das ist verständlich, denn Schmerzen und andere Beschwerden verdienen Aufmerksamkeit und gegebenenfalls eine medizinische Abklärung. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass ich nicht immer sofort eine Antwort finden muss. Manchmal hilft es bereits, bewusst wahrzunehmen, wie es mir gerade geht. Bin ich erschöpft? Stehe ich unter Druck? Habe ich meine eigenen Bedürfnisse übergangen?

Auch heute gelingt es mir nicht immer, meine Gefühle und Grenzen rechtzeitig ernst zu nehmen. Doch ich erkenne früher, wenn ich aus meiner Mitte gerate, und finde bewusster den Weg zurück zu mir. Mein Körper verdient meine Wertschätzung, unabhängig davon, wie leistungsfähig er gerade ist. Seine Zeichen möchte ich ernst nehmen und liebevoll sowie verantwortungsvoll mit ihm umgehen.

Was hat das alles mit unserem Mama-Sein zu tun?

Vielleicht fragst du dich gerade, weshalb ich diesem Thema in meiner HerzWeg-Begleitung so viel Raum schenke. Weil ich überzeugt bin, dass die Beziehung zu uns selbst einen Einfluss darauf hat, wie wir unseren Kindern begegnen. Als Mama bin ich nicht nur für mein Kind da. Ich bin auch ein Mensch mit eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und Grenzen. Wenn ich diese immer wieder übergehe, kann das Auswirkungen darauf haben, wie ich meinen Alltag erlebe und auf schwierige Situationen reagiere.

Unsere Kinder beobachten genau, wie wir mit uns selbst umgehen, ob wir unsere Grenzen ernst nehmen und wie wir über unseren Körper sprechen. Aus meiner langjährigen pädagogischen Erfahrung weiss ich, wie entscheidend unsere Vorbildrolle ist. Kinder lernen in erster Linie durch Beobachtung und Nachahmung. Was wir ihnen vorleben, prägt sie wesentlich stärker als unsere Worte. Wenn wir möchten, dass unsere Kinder ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen, ihren Körper achten und gut für sich sorgen, beginnt dies bei unserem eigenen Umgang mit uns selbst. Nicht perfekt und nicht in jeder Situation, aber immer wieder bewusst und authentisch.

Liebe Mama, du darfst auch für dich da sein

Wir wünschen uns für unsere Kinder, dass sie sich selbst achten, ihren Gefühlen vertrauen lernen und ihre Bedürfnisse ernst nehmen. Dass sie sich nicht ständig überfordern müssen, um zu genügen, und dass sie spüren dürfen, wann sie Ruhe brauchen und wo ihre Grenzen liegen.

All das dürfen wir auch uns selbst zugestehen. Vielleicht beginnt es damit, unserem Körper nicht erst dann zuzuhören, wenn er uns deutlich zum Innehalten bringt, sondern ihm auch im ganz gewöhnlichen Alltag mit mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu begegnen. Denn dein Körper ist nicht einfach dafür da, alles auszuhalten. Er begleitet dich durch dein Leben. Und du darfst gut für ihn sorgen.

HerzensGrüsse

deine Marion 🤍

 

Dieser Beitrag ist Teil meiner Blogreihe
„HerzWeg Gedanken für Mamas“ –
Impulse für ein bewusstes, verbundenes Mama-Sein.

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