Du HAST Gefühle, aber du BIST nicht deine Gefühle!
Ein essenzieller Aspekt, der im HerzWeg gelebt und erlernt wird, ist:
Deine Gefühle sagen nichts darüber aus, wer du in Wirklichkeit bist.
Gefühle beeinflussen unser Leben zwar stark, doch sie definieren uns nicht. Angenehme Gefühle geben uns Sicherheit, Leichtigkeit und Vertrauen. Sie stärken uns und geben uns Halt.
Herausfordernde Gefühle hingegen zeigen uns, dass es in unserem Leben Themen gibt, die noch nicht gesehen, verarbeitet oder abgeschlossen sind. Sie entstehen nicht grundlos. Und sie verschwinden auch nicht einfach, wenn wir sie ignorieren. Negativ behaftete Gefühle melden sich immer wieder – sie wollen gesehen werden. Sie wollen uns etwas mitteilen. Deshalb fühlst du dich auch immer wieder einmal getriggert.
Gerade im Mama-Sein werden solche Gefühle oft besonders deutlich. Das ist ganz normal. Denn wenn wir Mama werden, treten wir in eine tiefe Verbindung mit einem anderen Menschen. Eine Verbindung, die Nähe, Verantwortung und emotionale Offenheit mit sich bringt, wie wir sie zuvor nicht kannten. Bereits in der Schwangerschaft entsteht eine körperliche, seelische und emotionale Verbindung. Unser Kind nimmt wahr, was wir fühlen, wie wir innerlich schwingen und wie wir dem Leben begegnen. Diese Nähe kann wunderschön sein – und gleichzeitig alte Themen in uns berühren und aktivieren.
Auch ich kenne das sehr gut. Lange Zeit begleiteten mich Gefühle, die mich immer wieder verunsicherten und klein hielten. Ich stellte mich und mein Handeln oft infrage, verlor das Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten und fühlte mich in gewissen Situationen stark getriggert.
Erst als ich begann, mich auf die Tiefenarbeit in meinem Herzraum einzulassen, konnte sich etwas verändern. Schritt für Schritt durfte ich alte Themen anschauen, bearbeiten und neu einordnen.
Heute sind viele meiner früheren Trigger nicht mehr präsent. Andere zeigen sich nur noch leise. Und wieder neue darf ich kennenlernen. Ja, dieser Weg hört vermutlich nie ganz auf. Doch für mich war klar: Wegschauen, nur zu funktionieren oder meine Gefühle zu unterdrücken war keine Option mehr. Dafür bin ich zu feinfühlig, zu lebendig, zu verbunden.
Durch die Arbeit mit meinem Herzen habe ich gelernt, anders mit meinen Gefühlen umzugehen. Ich weiss heute, wie ich ihnen begegnen kann, ohne von ihnen überrollt zu werden. Allein dieses Wissen schenkt mir ein tiefes Gefühl von Sicherheit. Ich fühle mich meinem Leben nicht mehr ausgeliefert, sondern wieder handlungsfähig. Ich weiss: Ich kann. Und ich darf.
Das Schöne ist: Du entscheidest.
Auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt – du bist deinen Gefühlen nicht ausgeliefert. Du kannst lernen, sie zu verstehen, mit ihnen zu arbeiten und sie zu wandeln.
Ganz egal, ob du einen Kinderwunsch hast, schwanger bist, kleine oder grosse Kinder begleitest oder deine erwachsenen Kinder bereits losgelassen hast – es ist nie zu früh und nie zu spät, um dir selbst zu begegnen. Um dich besser zu verstehen. Um in Entwicklung zu kommen.
Sei es dir selbst wert, dir Zeit zu schenken. Zeit zum Spüren. Zeit zum Innehalten. Zeit für dich. Denn Veränderung beginnt genau dort – in dem Moment, in dem du beginnst, dir selbst zuzuhören.
HerzensGrüsse
deine Marion
Dieser Beitrag ist Teil meiner Blogreihe
„HerzWeg Gedanken für Mamas“ – Impulse für ein bewusstes, verbundenes Mama-Sein.


Von Herz zu Herz