Wenn Mama funktioniert, aber nicht mehr fühlt

Kennst du dieses Gefühl, wenn du alles gibst – und dich innerlich trotzdem leer fühlst?

Du organisierst, planst, begleitest, tröstest, regelst, federst Gefühle ab und hältst den Raum. Du funktionierst für deine Kinder, für den Alltag, für andere – und irgendwo auf diesem Weg bist du selbst leiser geworden. Vielleicht merkst du es abends, wenn Ruhe einkehrt. Oder morgens, wenn ein neuer Tag beginnt und du dich fragst, woher du die Energie dafür nehmen sollst.

Von Mamas, die ich begleite, höre ich Sätze wie:

  • „Ich weiss gar nicht mehr, was ich brauche, was mir guttut oder ganz simpel, was mir Freude bereitet»
  • „Ich reagiere und funktioniere nur noch. So wollte ich eigentlich nie Mama sein.“

Wenn dir diese oder ähnliche Sätze bekannt vorkommen, dann hat das nichts mit Schwäche zu tun. Es ist ein Zeichen dafür, dass dein Inneres gehört werden möchte. Funktionieren ist kein Gefühl.

Unser Mama-Alltag ist oft laut, dicht und voller Erwartungen. Da bleibt wenig Raum, um innezuhalten und ehrlich zu spüren: Wie geht es mir eigentlich gerade wirklich? Geschweige denn: Was würde mir gerade guttun? Stattdessen rutschen wir in Muster, die wir gut kennen: Durchhalten, weitermachen, uns selbst hinten anstellen. Nicht, weil wir das wollen, sondern weil wir es gelernt haben.

Doch Gefühle lassen sich nicht dauerhaft wegschieben oder ignorieren. Sie melden sich. Manchmal leise, manchmal sehr deutlich. In Form von Erschöpfung, Gereiztheit, Schuldgefühlen oder dem Gefühl, nicht mehr verbunden zu sein – mit sich selbst oder mit den eigenen Kindern.

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder: Der Moment, in dem eine Mama beginnt, hinzuschauen, ist oft ein Wendepunkt. Nicht mit der Frage „Was mache ich falsch?“, sondern mit der ehrlichen Hinwendung zu sich selbst: „Was zeigt sich gerade in mir – und warum?“

Unsere Gefühle sind keine Gegnerinnen, sie sind Wegweiser. Sie zeigen uns, wo etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ja, das Hinsehen ist nicht immer angenehm. Doch genau dort beginnt Veränderung. Vielleicht ist dieser Text heute deine kleine Pause. Ein Moment des Innehaltens. Ein Augenblick, in dem du dir selbst begegnest.

Du brauchst nicht sofort Antworten zu haben. Es reicht, wenn du beginnst, ehrlich mit dir zu sein. Denn wenn du dich wieder spürst, entsteht Verbindung. Und aus Verbindung wächst Klarheit und Sicherheit. Wenn es dir gut geht, profitiert nicht nur dein Umfeld. In erster Linie profitierst du selbst davon – und natürlich auch deine Familie, deine Kinder.

So wird Veränderung möglich. Sanft. Schritt für Schritt. In deinem Tempo.

Herzensgrüsse
deine Marion

 

Dieser Beitrag ist Teil meiner Blogreihe
„HerzWeg Gedanken für Mamas“ –
Impulse für ein bewusstes, verbundenes Mama-Sein.

Von Herz zu Herz