Wie Glaubenssätze entstehen – und welchen Einfluss sie auf unser Leben haben
Zahlreiche Glaubenssätze entstehen in unserer Kindheit. Wir eignen uns Überzeugungen durch Erlebtes an und halten sie für unsere Realität. Und ja – es ist Realität. Unsere subjektive Realität, so wie wir es erlebt und gefühlt haben.
Glaubensätze begleiten uns ein Leben lang. Oft wirken sie im Hintergrund, unbemerkt – und doch beeinflussen sie, wie wir denken, fühlen und handeln. Besonders im Mama-Sein werden sie häufig spürbar. Denn in der Beziehung zu unseren Kindern zeigen sich innere Überzeugungen oft deutlicher als in anderen Lebensbereichen.
Anhand eines persönlichen Beispiels möchte ich dir einen Einblick geben, wie ein Glaubenssatz in meinem Leben wirksam war – und wie sich dieser durch Herzarbeit verändern durfte.
Ich bin, wie meine Mama, als Zweitgeborene mit drei Brüdern aufgewachsen. Diese Konstellation hatte Einfluss auf mein inneres Erleben. Schon früh entstand in mir das Gefühl, kämpfen zu müssen, um gesehen zu werden und meinen Platz einzunehmen.
Einer meiner tief verankerten Glaubenssätze lautete:
„Du musst kämpfen, alles geben und dich so sehr bemühen, dass du gleich viel Wert bist und gleich viel erreichen kannst wie andere.“
Dieser Satz wirkte lange in mir. Dabei merkte ich gar nicht, wie sehr er mein Denken und Handeln prägte. Er trieb mich an, brachte mich immer wieder an meine Grenzen – und liess mich doch häufig mit dem Gefühl zurück, nicht zu genügen. Auch wenn es viele weitere Themen und Glaubenssätze gab, war dieser einer der prägendsten.
Gleichzeitig wuchs ich mit dem Wert der Gleichberechtigung auf. Ich lernte früh, dass es nicht vom Geschlecht abhängen darf, welchen Wert ein Mensch hat und welchen Weg er geht. Durch diese Erfahrung habe ich mir den Grundwert der Gleichwertigkeit angeeignet. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Dieser Wert gehört zu mir und ist ein wichtiger Teil meiner Haltung.
Was jedoch oft übersehen wird, sind die inneren Kämpfe, die im Umfeld zu solchen gesellschaftlichen Themen mitschwingen. Diese Kämpfe mussten nicht ausgesprochen werden – ich habe sie gespürt. Die Gefühle meines Umfelds, die Diskussionen, die unausgesprochenen Spannungen – all das nahm ich als Kind auf. Unbewusst, ungewollt und doch wirkungsvoll.
Erst als ich begann, genauer hinzuschauen, erkannte ich: Dieses Thema gehört nicht vollständig zu mir. In der Herzarbeit durfte ich diese Gefühle anschauen, ein Stück weit loslassen und neu einordnen.
Heute begegnet mir dieser Glaubenssatz nicht mehr in der Intensität von früher. Und wenn ein alter Glaubenssatz aufploppt, erkenne ich ihn schnell und kann anders damit umgehen.
Statt des alten inneren Antreibers begleiten mich heute andere, stärkende Sätze, wie zum Beispiel:
- «Ich bin gut, so wie ich bin»
- «Ich messe mich nicht mit anderen, ich brauche nur mir selbst zu gefallen»
- «Ich bin gut, ich darf entscheiden und erreichen, was mir wichtig ist.»
Glaubenssätze wirken selten allein. Oft ist es ein ganzes inneres Geflecht, das uns in bestimmten Lebenssituationen bremst oder übermässig antreibt – bis wir uns selbst darin verlieren.
Durch das bewusste Hinschauen bin ich ins Handeln gekommen. Raus aus dem passiven Ertragen, hinein ins Verstehen und Transformieren. Ich habe Verantwortung für mich und meine Gefühlswelt übernommen. Und ich bin überzeugt: Meine Kinder profitieren davon. Denn sie sollen meine alten, ungeklärten Themen nicht weitertragen müssen.
Vielleicht spürst du beim Lesen, dass auch in dir ein innerer Satz wirkt. Einer, der dich klein hält, antreibt oder verunsichert. Wenn du beginnst, ihn wahrzunehmen, ist bereits etwas in Bewegung gekommen.
Denn Veränderung beginnt im Erkennen.
Und genau dort darf ein neuer, liebevoller Weg für dich entstehen.
Im HerzWeg beginnt Veränderung dort, wo wir innere Muster erkennen und ihnen im bewussten Fühlen neu begegnen.
HerzensGrüsse
deine Marion
Dieser Beitrag ist Teil meiner Blogreihe
„HerzWeg Gedanken für Mamas“ – Impulse für ein bewusstes, verbundenes Mama-Sein.


Von Herz zu Herz